
Die Arten der Freizeitgestaltung und Unterhaltung der Menschheit haben sich mit der Entwicklung der Zivilisation verändert. Viele primitive Unterhaltungsformen gerieten in Vergessenheit, als die Weltbevölkerung neue Fähigkeiten und Kenntnisse erwarb und ihre Prioritäten änderte. Brettspiele, die in ferner prähistorischer Zeit entstanden, haben jedoch nichts an ihrer Bedeutung verloren. Nur die Besonderheiten solcher Spiele, die auch von modernen Generationen geliebt werden, haben sich verändert.
Der folgende Text beschreibt die Entwicklung der Brettspiele. Der Artikel lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Arten und Besonderheiten der entsprechenden Unterhaltungsformen, die in verschiedenen Regionen der Welt beliebt waren.
Die ältesten Brettspiele der Welt

Die meisten Wissenschaftler glauben, dass diese Spielart im Alten Ägypten und in Mesopotamien entstanden ist. Ursprünglich galten sie jedoch nicht als interessante Freizeitbeschäftigung.
Im alten Ägypten war der Zweck einer solchen Freizeitbeschäftigung weitaus umfassender und hatte einen gewissen sakralen Charakter. Sie spiegelte die Vorstellungen der Ägypter vom Leben im Jenseits wider.
Unter Forschern, die sich mit der antiken Geschichte der Brettspiele beschäftigen, gilt weithin Senet als das erste Brettspiel der Welt. Die Ägypter erfanden Senet lange vor Beginn unserer Zeitrechnung, vor mehr als 5.000 Jahren. Das Thema dieses Spiels hatte eine ausgeprägte religiöse Bedeutung. Die Bewegungen der Figuren verkörperten die Prüfungen und Leiden, die das Jenseits für die Verstorbenen bereithält. Tatsächlich erfüllte Senet die Funktion einer Art Brücke zwischen der irdischen und der göttlichen Welt.
Eine weitere ziemlich alte Brettspielart namens Chaturanga entstand etwa im sechsten Jahrhundert in Indien. Diese Unterhaltung spiegelte die soziale Hierarchie dieses Landes wider. Die Arten der Figuren entsprachen den Klassen, die damals in der indischen Gesellschaft existierten: Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras. Ihre Bewegungen spiegelten die Dynamik der Regierung und ihrer untergeordneten Kasten wider.
Niemand weiß genau, wie das erste Brettspiel entstand, und niemand kann das genaue Datum seiner Entstehung nennen. Es ist jedoch nachgewiesen, dass die älteste Variante dieser Freizeitbeschäftigung, die bei vielen antiken Völkern verbreitet war, der Astragalus ist. Aus dem Altgriechischen übersetzt bedeutet dieses Wort „Sprungbein“. Dieser Gegenstand war ein Bestandteil eines Würfelspiels.
Interessante Fakten

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass für die Herstellung der Ausstattung der ersten Würfelspiele Holz, Samen, Fruchtkerne, Fruchtschalen und Teile von Tierskeletten verwendet wurden.
Die Ursprünge und die Entstehung dieser Art von Spielunterhaltung interessierten bereits die alten Griechen. Es ist bekannt, dass die Hellenen diese Erfindung den Lydern zuschrieben, einem verschwundenen Stamm. Sophokles, der im fünften Jahrhundert v. Chr. lebte, beantwortete die Frage, wer die Brettspiele mit Würfeln erfunden habe, ganz konkret. Er glaubte, dass Palamedes, der Held des Trojanischen Krieges, den griechischen Soldaten während militärischer Ereignisse das Spiel mit Sprungbeinen beigebracht habe.
Im Alten Ägypten wurden Brettspiele den einflussreichsten und wohlhabendsten Menschen des Landes, Vertretern der herrschenden Dynastie und ausländischen Diplomaten als Zeichen großer Ehre überreicht. Die Figuren für solche Geschenke wurden von meisterhaften Künstlern aus Marmor, Porzellan und Elfenbein gefertigt und mit Edelsteinen und Metallen verziert. Sie wirkten luxuriös und elegant, da sie den Status ihrer Besitzer unterstreichen sollten.
Es gibt keine einheitliche Meinung darüber, welches das erste Brettspiel war, das die Menschheit eroberte. Bekannt ist jedoch, dass Backgammon, das auch heute noch beliebt ist, über 7.000 Jahre alt ist. Bei den Ausgrabungen im Zusammenhang mit der Öffnung des Grabes von Pharao Tutanchamun entdeckten Archäologen ein interessantes Artefakt. Es handelte sich um eines der ältesten Backgammon-Sets.
Wie entwickelten sich die heute beliebten Brettspiele?
Die Geschichte weiß viel über die Entwicklung von Schach, Dame, Backgammon und Domino zu berichten, die noch immer Millionen von Fans auf der ganzen Welt haben.
Schach

Experten betrachten das alte indische Spiel Chaturanga als wahrscheinlichen Vorläufer und Vorfahren des Schachs. Die Ausstattung für ein solches Spiel umfasste ein 8×8-Spielfeld und einen Satz Figuren, die deutliche Ähnlichkeiten mit modernen Schachfiguren aufwiesen. Ziel des Spiels war es ebenfalls, den König des Gegners schachmatt zu setzen.
Die auf Persisch verfasste Schachabhandlung Chatrang Namak berichtet, dass der Oberste Schah des Iran, Chosrau, Schach als Geschenk vom Herrscher Indiens erhielt. Arabische Quellen nennen Sisq ben Dahir oder Sassa als Erfinder dieses Spiels, obwohl solche epischen Schriften wahrscheinlich Legenden sind.
Beschreibungen des Spielablaufs und der Schachregeln früherer Zeiten finden sich auch in der Dichtung von Rudrata (9. Jahrhundert) und in den Werken Birunis (11. Jahrhundert). Die 1913 von Harold Murray verfasste Geschichte des Schachs beschreibt die Entwicklung dieses Brettspiels ausführlich.
Dame

Dame entstand als Symbiose aus Schach und einem alten Brettspiel der Mauren. Die ursprüngliche Version des Spiels wird wie die heutige von zwei Spielern gespielt.
Frankreich gilt als Geburtsort der Dame. Das Spiel entstand im Mittelalter, etwa im zwölften Jahrhundert. Lange Zeit wurde es jedoch ausschließlich von den Franzosen gespielt. Erst im 16. Jahrhundert verbreitete sich Dame über die Grenzen dieses Landes hinaus. Zunächst gewann es auf der Apenninenhalbinsel, in Italien, an Beliebtheit. Mit der Zeit verbreitete sich das Spiel allmählich auf dem gesamten europäischen Kontinent.
Domino

Auch dieses Mehrpersonenspiel hat eine fast tausendjährige Geschichte. Es ist bekannt, dass es bereits im zwölften Jahrhundert beliebt war. Die Materialien für die Herstellung der ersten Dominosteine waren nicht billig: Elfenbein und Ebenholz, die für die Herstellung der gepunkteten Einsätze verwendet wurden. Daher war dieses Spiel ein Privileg der Wohlhabenden.
Der Name „Domino“ hat einen interessanten Ursprung. Im Mittelalter bezeichnete man damit die Winterkleidung katholischer Priester. Sie hatte ein Muster, das dem der Dominosteine ähnelte.
Backgammon

Dies ist ein Brettspiel, dessen erste Version von Indern erfunden wurde. Ursprünglich hatte Backgammon keinen spielerischen Zweck. Sein Ziel bestand darin, den drohenden Krieg zwischen Indien und Persien zu verhindern.
Später begannen indische Astrologen, diese Ausstattung zu verwenden. Sie setzten das Brett mit dem Himmelsraum und die Spielsteine mit den Planeten gleich. Außerdem sahen sie in den Jahreszeiten, Monaten und Tagen die Unterteilungen des Spielfelds. Auf diese Weise versuchten die Astrologen, die Zukunft vorherzusagen.
Backgammon wurde in Europa nach den Kreuzzügen in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts bekannt. Es erlangte den Status eines Glücksspiels, das besonders von Rittern und Adligen geliebt wurde. Da Soldaten und Wohlhabende beim Backgammon riesige Geldsummen verloren, sahen sich die Behörden gezwungen, Einschränkungen für diese Unterhaltung zu verhängen.
Wie dem auch sei, Brettspiele spiegeln Aspekte des Lebens von Ländern und Völkern verschiedener Epochen wider. Sie können zu Recht als Teil des kulturellen Erbes der Menschheit betrachtet werden.







